Kaum etwas gehört heute so selbstverständlich zum Alltag wie das Smartphone. Und das zeigt sich bereits bei den Jüngsten: Einer Bitkom-Studie zufolge nutzen 95 Prozent der 6- bis 9-Jährigen zumindest gelegentlich ein Smartphone oder Tablet, meist über die Geräte ihrer Eltern. Kein Wunder also, dass früher oder später auch ein eigenes Handy auf der Weihnachtswunschliste landet.
Falls sich Eltern dafür entscheiden, diesem Wunsch nachzugehen, stellt sich schnell die Frage, wie der Einstieg am besten begleitet werden kann. Hierbei ist es hilfreich, das Smartphone bereits vor der Bescherung gut vorzubereiten und kindersicher einzurichten, damit es anschließend gemeinsam erkundet werden kann. Thomas Wrobel, Spamschutz-Experte und Mitentwickler von Clever Dialer, gibt dazu hilfreiche Tipps.

Gibt es ein ideales Einstiegsalter für das erste Smartphone?
Die KIM-Studien der vergangenen Jahre zeigen, dass der Smartphone-Besitz bei Kindern in Deutschland kontinuierlich steigt: 2022 verfügten rund 40 Prozent der 6- bis 13-Jährigen über ein eigenes Handy, 2024 waren es bereits 46 Prozent.
Institutionen wie klicksafe, Internet-ABC oder die Landesmedienanstalten betonen, dass eine zu frühe Smartphone-Nutzung Risiken mit sich bringen kann, etwa durch kinder- und jugendgefährdende Inhalte, mangelnden Datenschutz oder Formen von Cybermobbing. Vor diesem Hintergrund empfehlen viele Experten ein Einstiegsalter von etwa zwölf Jahren, da Kinder in diesem Zeitraum potenzielle Gefahren im Internet besser verstehen und reflektieren können. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass es kein festgelegtes, allgemeingültiges Einstiegsalter gibt. Eltern treffen die Entscheidung am besten individuell, da sie ihre Kinder und deren Bedürfnisse am genauesten kennen. Wichtig ist vor allem, dass dieser Schritt bewusst erfolgt und dazu dient, dem Kind Grundlagen für eine selbstbestimmte und sichere Nutzung zu vermitteln.
Ist die Entscheidung für ein Smartphone getroffen, sollte auch der Zeitpunkt gut gewählt sein, an dem das neue Gerät gemeinsam erkundet wird. Weihnachten bietet sich dafür besonders gut an. Die Tage zwischen den Jahren ermöglichen es, in Ruhe Funktionen zu testen und aufkommende Fragen zu klären, die im Alltag schnell untergehen würden. So entsteht ein stressfreier Einstieg, der über mehrere Tage hinweg begleitet werden kann.
Schutzpaket: Was Eltern vorab einrichten sollten
Ein gut vorbereitetes Smartphone erleichtert Kindern den Einstieg und verhindert, dass sie sich überfordert fühlen. Damit das gelingt, sollte das Gerät von Anfang an kindersicher gestaltet sein. Eltern können dafür bereits vor der Übergabe einige zentrale Einstellungen vornehmen.
1. Grundlegende Schutzfunktionen einrichten
Für einen sicheren Start lohnt es sich, einige Schutzfunktionen auf dem Smartphone zu aktivieren. Auf iPhones steht dafür die integrierte Funktion „Bildschirmzeit“ zur Verfügung. Sie ist fest im Betriebssystem verankert und ermöglicht es, Altersfreigaben zu setzen, App-Nutzungszeiten zu begrenzen oder Käufe zu regulieren. Zudem können Eltern festlegen, welche Kontakte erreichbar sind, App-Downloads einschränken und Nutzungsberichte einsehen.
Auf Android-Geräten bietet Google Family Link vergleichbare Funktionen. Der Dienst ist auf vielen aktuellen Modellen bereits vorhanden, kann bei Bedarf aber auch über den Play Store installiert werden. Eltern richten ein Google-Konto für ihr Kind ein und koppeln es mit dem eigenen Gerät, um grundlegende Rahmenbedingungen für die Nutzung festzulegen.
2. Sicherheitseinstellungen in Social-Media-Apps nutzen
Viele Kinder kommen bereits vor dem ersten eigenen Smartphone regelmäßig mit digitalen Inhalten in Berührung. Die KIM-Studie 2024 zeigt, dass ein großer Anteil der Unter-13-Jährigen Apps nutzt, die offiziell erst ab 13 Jahren freigegeben sind. So verwenden beispielsweise 42 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe bereits TikTok. Da die Angaben bei der Registrierung kaum überprüft werden, erreichen diese Plattformen häufig deutlich jüngere Zielgruppen. Um zu verhindern, dass solche Apps zu früh auf dem Gerät installiert werden, können die zuvor genannten Kinderschutzfunktionen hilfreich sein.
Hat ein Kind die Altersgrenze erreicht, kann eine eingeschränkte Nutzung sinnvoll sein. Bei TikTok können Eltern zum Beispiel einen „Begleiteten Modus“ aktivieren und das Konto ihres Kindes mit dem eigenen verbinden, um Funktionen wie Zeitlimits oder die Sichtbarkeit von Inhalten anzupassen. Auch Instagram stellt mit der „Elternaufsicht“ eine Möglichkeit bereit, Nutzungszeiten festzulegen oder zu sehen, mit welchen Accounts das Kind interagiert. Für YouTube gibt es je nach Alter verschiedene Schutzstufen, etwa „YouTube Kids“ oder einen eingeschränkten Modus in der regulären App.
3. Schutz bei unbekannten Anrufen berücksichtigen
Auch das Telefonieren selbst sollte bei den Schutzmaßnahmen mitgedacht werden, denn Spam-Anrufe nehmen seit Jahren spürbar zu. Ein Blick in die internen Daten von Clever Dialer zeigt, dass allein zwischen Januar und November dieses Jahres rund 34 Prozent mehr Spam-Anrufe registriert wurden. Darunter fallen etwa unerwünschte Werbeanrufe, sogenannte Schockanrufe oder Gespräche, bei denen sich Anrufende als vertraute Personen ausgeben. Solche Maschen zielen darauf ab, Verunsicherung zu erzeugen oder persönliche Informationen zu erfragen.
Ein Gespräch darüber, woran Kinder Spam-Anrufe erkennen und wie sie im Zweifel reagieren können, hilft ihnen, solche Situationen besser einzuordnen. Dazu gehören einfache Hinweise wie das Gespräch zu beenden, wenn die Stimme nicht vertraut klingt, keine persönlichen Daten weiterzugeben und sich bei Unsicherheiten an eine erwachsene Person zu wenden. Wichtig ist außerdem, dass Kinder Erlebnisse offen ansprechen können, auch wenn sie sich im ersten Moment erschreckt oder überrumpelt fühlten.
Ein zuverlässiger Anrufschutz kann zusätzlich unterstützten. Dienste wie Clever Dialer erkennen verdächtige oder unerwünschte Nummern und warnen bereits, bevor das Gespräch angenommen wird. Die App kann als Schutzfilter installiert werden. Das hilft Kindern, potenziell riskante Anrufe besser einzuordnen.

Fazit: Gemeinsam sicher starten
Ein Smartphone zu Weihnachten kann ein schöner und sinnvoller Anlass sein, das Gerät gemeinsam zu erkunden. Wenn wichtige Einstellungen vorbereitet sind und Kinder bei den ersten Schritten begleitet werden, entsteht ein sicherer und entspannter Einstieg.
Zum Schutzpaket gehört dabei nicht nur eine passende Geräte- und App-Einstellung, sondern auch Unterstützung beim Telefonieren – ein Bereich, der leicht übersehen wird, aber gerade bei jüngeren Kindern schnell Unsicherheiten auslösen kann. Ebenso wichtig ist die Begleitung im Alltag: Offene Kommunikation bleibt das A und O. Kinder sollten wissen, dass sie jederzeit über Erfahrungen oder unangenehme Situationen sprechen können. Diese Haltung stärkt das Vertrauen und fördert langfristig ihre Medienkompetenz.